DIE BESTEN WÜNSCHE FÜR DIE FESTTAGE

Weihnachtsgruß

Die komba gewerkschaft wünscht frohe Weihnachten und ein gutes Jahr 2016!

2015 war ein bewegtes und bewegendes Jahr. Die Bilder der unzähligen Menschen, die vor Terror und Gewalt aus ihrer Heimat fliehen müssen, sind nur allzu präsent. Mit der anhaltenden Flüchtlingssituation sind zahlreiche Herausforderungen für den öffentlichen Dienst und vor allem für die Beschäftigten in den Verwaltungen, im Sozial- und Erziehungsdienst, den Gesundheitseinrichtungen und Feuerwehren verbunden. Wieder einmal haben sie gezeigt, was der öffentliche Dienst leisten kann. Sie haben demonstriert, dass sie der Motor des öffentlichen Dienstes sind. Dafür ein aufrichtiges Dankeschön.

Die komba gewerkschaft wünscht allen frohe und friedliche Weihnachtstage sowie einen guten Start in ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr. Für die Kolleginnen und Kollegen, die an den Feiertagen arbeiten, hoffen wir auf einen ruhigen und stressfreien Dienst. Danke für den Einsatz!

„GUTE“ KITA: ZUSAMMENSPIEL ALLER AKTEURE IM FOKUS

csm_kongress_gute_kita_18112015_windmueller_1_3b15545f16Unter dem Motto „Gemeinsam für eine „gute“ KiTa – die Idee des kompetenten Systems“ veranstaltete die komba gewerkschaft am 18.11.2015 in Kooperation mit der Bertelsmann Stiftung ein Symposium in Mülheim. Zahlreiche Fachkräfte, Träger, Kommunen und Vertreter der Politik sowie der Wissenschaft diskutierten darüber, was eine „gute“ KiTa ausmacht.

Mühlheim/Ruhr, 18.11.2015. Einig waren sich alle Beteiligten, dass eine „gute“ Kindertagesstätte allen Kindern gleichermaßen gerecht werden soll. Einigung bestand auch darin, dass es des Zusammenspiels aller Beteiligten – Bund, Länder, Kommunen, Fachkräfte und Träger – gleichermaßen braucht, um eine „gute“ KiTa zu erreichen. „Ziel des Symposiums war es, den Blick auf das Gesamtsystem der Kinderbetreuung zu schärfen und zu zeigen, dass ein kompetentes System nicht nur einen Akteur benötigt“, sagt Andreas Hemsing, stellvertretender Bundesvorsitzender der komba gewerkschaft. Für die komba gewerkschaft sind einheitliche Qualitätsstandards in der Kinderbetreuung und frühkindlichen Bildung beispielsweise dringend erforderlich auf dem Weg zu einer „guten“ KiTa. Bei dem Podiumsgespräch diskutierten die unterschiedlichen Verantwortungsebenen darüber, wer was für ein kompetentes System in der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung tun kann. „Die Idee des kompetenten Systems eröffnet den KiTa-Beschäftigten die Chance mitzugestalten und so eine wichtige Komponente im Gesamtsystem zu sein statt nur die ausführende Kraft von bereits beschlossenen Aufträgen“, sagt Sandra van Heemskerk, Vorsitzende des komba-Bundesfachbereichs Sozial- und Erziehungsdienst. Über die Veranstaltung resümiert sie: „Der Austausch zwischen den einzelnen Akteuren im kompetenten System bringt zusätzlich Verständnis für die jeweiligen Ebenen und kann dadurch nur gewinnbringend für alle sein.“

Bei dem Podiumsgespräch diskutierten die unterschiedlichen Verantwortungsebenen darüber, wer was für ein kompetentes System in der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung tun kann. „Die Idee des kompetenten Systems eröffnet den KiTa-Beschäftigten die Chance mitzugestalten und so eine wichtige Komponente im Gesamtsystem zu sein statt nur die ausführende Kraft von bereits beschlossenen Aufträgen“, sagt Sandra van Heemskerk, Vorsitzende des komba-Bundesfachbereichs Sozial- und Erziehungsdienst. Über die Veranstaltung resümiert sie: „Der Austausch zwischen den einzelnen Akteuren im kompetenten System bringt zusätzlich Verständnis für die jeweiligen Ebenen und kann dadurch nur gewinnbringend für alle sein.“

Welche Erfahrungsstufe nach Umsetzung des Ergebnisses zum Tarifvertrag S + E?

Es erreicht die komba-gewerkschaft Nachfragen, wie es mit den bisher erworbenen Erfahrungsstufen bei der Umsetzung eines neuen Tarifs aussieht.

Die Eingruppierung in die unterschiedlichen Erfahrungsstufen zur vakanten Entgeltordnung S + E erweist sich doch schwieriger als erwartet. Ich habe daher noch einmal mit einem Mitglied der Tarifkommission Kontakt aufgenommen, um mich hierzu beraten zu lassen. Das Ergebnis:

Von S 6 kommend in die S 8 a oder von S 8 in die 8 b: Die Zuweisung erfolgt Stufengleich durch eine 1 : 1-Übertragung der Erfahrungsstufe.

Leitungen von Kindertagesstätten: In diesem Falle handelt es sich um eine „Höhergruppierung“ nach den Regeln des § 17 Abs. 4 TVöD. Man steigt mit seinem bisherigen Tabellenentgelt „betragsmäßig“ in die darüber liegenden höheren S-Gruppen auf und erhält dadurch in den allermeisten Fällen rückwirkend zum 01.07.2015 dauerhaft auch eine deutliches Mehr an Entgelt. Die Höhergruppierung muss beantragt werden. Dieses sogenannte Antragserfordernis ist aus Gründen der Vorsicht in die Tarifeinigung eingebaut worden, weil bei einer Höhergruppierung, wie bisher auch ein zustehender Strukturausgleich auf den Höhergruppierungsgewinn anzurechnen ist. Da die Antragsfrist bis zum 30.06.2016 läuft und ein gestellter Antrag rückwirkend zum 01.07.2015 gilt, ist somit sichergestellt, dass vor der Antragstellung genügend Zeit verbleibt sich seinen individuellen Höhergruppierungsgewinn selbst oder mit Hilfe der komba gewerkschaft auszurechnen.

Ständige Vertretungen von Kita-Leitungen: Hier gilt das gleiche Verfahren für die Höhergruppierung, wie bei den vorgenannten Leitungen von Kindertagesstätten, wenn eine „ständige Vertretung“ (im Gegensatz zu einer Platzhalterschaft im Vertretungsbereich) bereits eingerichtet ist. Sofern noch keine „ständigen Vertretungen“ in den Einrichtungen bestehen, müssen diese durch die Dienststellen unverzüglich nach in Krafttreten der Tarifeinigung eingerichtet und nach evtl. durchgeführtem Auswahlverfahren besetzt werden.

Keine Regel ohne Ausnahme: Kein Antrag stellen die bisherigen Kita-Leitungen bei Einrichtungen unter 40 durchschnittlich zu belegenden Plätzen. Hier erfolgt automatisch ebenfalls eine Zuordnung von S7 nach S9 zum 01.07.2015 durch eine 1 : 1-Übertragung der Erfahrungsstufe.

Von Seiten der komba-gewerkschaft soll ein Leitfaden herausgebracht werden. So wie dieser vorliegt, werde ich ihn veröffentlichen.

Einigung im Sozial- und Erziehungsdienst vom 30. September 2015 und Urabstimmung

Am 25. Februar 2015 wurden in Hannover die Tarifverhandlungen für den Sozial- und Erziehungsdienst mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) aufgenommen. Nach acht Monaten intensiver Tarifverhandlungen, mehrwöchigen Streiks, einer Schlichtung und einer kontroversen öffentlichen Debatte ist es den Gewerkschaften gelungen, in der 9. Verhandlungsrunde vom 28. bis zum 30. September 2015 in Hannover eine Einigung mit der VKA zu erzielen.

Die Arbeitgeberseite war in den ersten sechs Verhandlungsrunden nur zu marginalen Zugeständnissen bei einigen ausgewählten Berufsgruppen bereit. Um den festgefahrenen Tarifkonflikt zu entschärfen, haben sich die Tarifvertragsparteien auf die Durchführung einer Schlichtung verständigt. Diese fand vom 19. bis zum 22. Juni 2015 in Bad Brückenau statt. In dem Zeitraum zwischen dem 6. Juli und 5. August 2015 wurde eine Befragung über die Einigungsempfehlung der Schlichtungskommission vom dbb und seiner Mitgliedsgewerkschaften durchgeführt. Über 60 Prozent der Mitglieder der dbb Fachgewerkschaften im Sozial- und Erziehungsdienst haben sich gegen die Annahme des Schlichterspruchs ausgesprochen. Einer der wesentlichen Gründe war, dass der in der Einigungsempfehlung vorgeschlagene Kompromiss nicht gleichermaßen Verbesserungen für alle Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst brachte. Des Weiteren wurde die lange Laufzeit sowie die nicht vollständige Anerkennung von Berufserfahrung kritisiert. In zahlreichen Mitgliederversammlungen wurde der dbb-Verhandlungskommission mit auf den Weg gegeben, den bisherigen Stand ausgewogener zu gestalten. Einige dieser Forderungen konnten Ende September in Hannover noch umgesetzt werden.

Die neue Eingruppierung und die Tabellenwerte ab dem 1. Juli 2015 können Sie der beigefügten Anlage entnehmen.

Den Wortlaut des Einigungspapiers sowie nähere Informationen finden Sie unter 
www.dbb.de/sozial-und-erziehungsdienst. 

Die Einigung basiert auf den Ergebnissen des Schlichterspruchs vom 23. Juni 2015. Darüber hinaus werden folgende Verbesserungen vereinbart:

I. Erzieher

Das Volumen im Erzieherbereich innerhalb der Entgeltgruppen S 8a (Erzieher) und S 8b (Erzieher mit besonders schwierigen Tätigkeiten) wird so umverteilt, dass die Zugewinne gleichmäßiger auf alle Stufen verteilt werden. Dies führt in der S 8a zu einer Anhebung der Betrag gegenüber der aktuellen Entgelttabelle zwischen 93 Euro und 138 Euro. Von der Umverteilung profitieren insbesondere jüngere Beschäftigte. Es war ein Anliegen der Gewerkschaften, gerade im Erzieherbereich das Berufsfeld für Berufseinsteiger attraktiver zu gestalten. In der S 8b führt die Umverteilung zu einem Plus von durchschnittlich 85 Euro im Monat gegenüber der aktuellen S-Tabelle.

Darüber hinaus wurde vereinbart, dass Beschäftigte in der Tätigkeit von Erziehern ebenfalls die Werte der neuen S 4 erhalten, wobei die Stufe 4 als Endstufe beibehalten wird.

Anders als im Schlichterspruch vorgesehen, verbleiben Erzieher mit fachlich koordinierenden Aufgaben in der S 9, wobei die neuen Werte der S 9 mit den Tabellenwerten der S 8b identisch sind. Für die zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Neuregelungen vorhandenen Beschäftigten der Stufe 1 und 2 gilt Besitzstand.

II. Sozialarbeiter und Sozialpädagogen

Bei den Sozialarbeitern und Sozialpädagogen mit Garantenstellung in der S 14 wird es Erhöhungen in allen Stufen zwischen 30 Euro und 80 Euro geben. Der Schlichterspruch sah für diese Entgeltgruppe nur eine Anhebung um 80 Euro in der Stufe 6 vor. In der S 11 und S 12 verbleibt es bei den im Schlichterspruch vorgesehenen erhöhten Tabellenwerten. Die Beschäftigten in der Tätigkeit von Sozialarbeitern und Sozialpädagogen (S 8) werden der neuen Entgeltgruppe S 8b zugeordnet, wobei die Stufe 4 wie bisher die Endstufe ist.

III. Behindertenhilfe / Handwerklicher Erziehungsdienst

Die Tätigkeitsmerkmale der Entgeltgruppe S 7 (S 5 Fallgruppe 1 alt) und der Entgelt-gruppe S 8b (S 8 Fallgruppe 3 alt) werden redaktionell angepasst.

IV. Leiter von Kindertagesstätten für Menschen mit Behinderung im Sinne § 2 SGB IX oder für Kinder und Jugendliche mit wesentlichen Erziehungsschwierigkeiten sowie deren ständige Vertreter

Der Schlichterspruch beinhaltet für die Vertreter von Leitern von Kindertagesstätten für Menschen mit Behinderung im Sinne § 2 SGB IX oder für Kinder und Jugendliche mit wesentlichen Erziehungsschwierigkeiten von kleinen Einrichtungen (unter 40 Plätze) keine Neuregelung. Das jetzige Einigungspapier sieht jedoch eine Anhebung der Ein-Gruppierung von der S 9 in die S 11 vor.

V. Sonstige Regelungen

1. Höhergruppierung

Die Einigung sieht für die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst, welche am 1. Oktober 2005 aus dem BAT in den TVöD übergeleitet wurden und denen ein Wahlrecht zum Wechsel in die S 8 oder S 9 eingeräumt wurde und die weiterhin Entgelt nach der Anlage A zum TVöD erhalten, die Möglichkeit vor, ihre Eingruppierung nach dem Anhang zu der Anlage C (VKA) bis zum 29. Februar 2016 zu beantragen.

Die Tarifvertragsparteien haben im Einigungspapier unter XIII. Nr. 1 festgehalten, in welchen Fällen das Höhergruppierungsverfahren nach § 17 Abs. 4 TVöD (betragsmäßige Höhergruppierung) Anwendung findet und wann das Tabellenentgelt stufengleich ersetzt wird. In den Fällen, in denen die Höhergruppierung nach § 17 Abs. 4 TVöD erfolgt, werden die Beschäftigten nur auf Antrag in die höhere Entgeltgruppe eingruppiert. Hierfür ist eine Antragsfrist bis zum 30. Juni 2016 vorgesehen.

Beschäftigte, die aus einer individuellen Endstufe einer höheren Entgeltgruppe zugeordnet oder höhergruppiert werden, erhalten in der höheren Entgeltgruppe das Entgelt ihrer bisherigen individuellen Endstufe zuzüglich des Zuordnungs- bzw. Höhergruppierungsgewinns, den ein Beschäftigter erhält, der aus der Stufe 6 seiner bisherigen Entgeltgruppe der höheren Entgeltgruppe zugeordnet oder in diese höhergruppiert wird.

Die Tarifvertragsparteien haben sich weiter darauf verständigt, dass falls im Rahmen der neuen Entgeltordnung für den Bereich der VKA die stufengleiche Höhergruppierung vereinbart wird, diese zeitgleich auch für die kommunalen Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst gilt.

2. Jahressonderzahlung

Für Beschäftigte, welche in der S 9 im Tarifgebiet West eingruppiert sind, wurde vereinbart, dass die Jahressonderzahlung 90 Prozent des Monatsgehalts beträgt anstatt wie bisher 80 Prozent. Davon profitieren Heilpädagogen mit Fachschulausbildung sowie Erzieher mit fachlich koordinierenden Aufgaben.

VI. Erklärungsfrist

Es ist eine Erklärungsfrist bis zum 31. Oktober 2015 vereinbart worden. In der Zeit vom 7. bis zum 28. Oktober 2015 führt der dbb unter den betroffenen Mitgliedern eine Urabstimmung über das Tarifergebnis durch.

VII. Inkrafttreten und Laufzeit

Die Laufzeit bleibt bei fünf Jahren und der Termin zum Inkrafttreten unverändert rück-wirkend beim 1. Juli 2015. Die Tarifvertragsparteien verständigten sich jedoch darauf, bereits ab dem 1. Juli 2019 in Gespräche über die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst einzutreten.

E_Mail_12_Anlage_Verhandlungsergebnis_SuE_ab_Juli_2015

 

Kompromiss erzielt, Streiks vorerst abgewendet

Gewerkschaften und Arbeitgeber haben sich bei den Verhandlungen für den Sozial- und Erziehungsdienst am 30. September 2015 in Hannover auf einen Kompromiss geeinigt. „Die gute Nachricht ist: Weitere Streiks sind vorerst abgewendet“, sagte dbb-Verhandlungsführer Willi Russ. „Wir mussten hart darum ringen, weil die Arbeitgeber noch hinter dem Verhandlungsstand aus dem Frühsommer zurück bleiben wollten. Das konnten wir verhindern und die neue Vereinbarung in wichtigen Punkten ausgewogener gestalten.“ „Unsere Verhandlungskommission empfiehlt den dbb Gremien, dass Ergebnis anzunehmen. Das letzte Wort haben natürlich unsere Mitglieder in der Urabstimmung“, so dbb Vize Russ weiter. Zusätzlich zu dem bisher erreichten Verhandlungsstand wurden folgende Änderungen vereinbart:

csm_150930_kompromiss_sue_49bb891d74Das Volumen innerhalb der Entgeltgruppen S 8a und S 8b wird so umverteilt, dass die Zugewinne gleichmäßiger auf alle Stufen verteilt werden. Bei den Sozialarbeitern in der S 14 wird es Erhöhungen zwischen 30 und 80 Euro in den Erfahrungsstufen 1 bis 5 geben. Bei der Stufe 6 wird es wie im Schlichterspruch eine Anhebung um 80 Euro geben. Die Laufzeit bleibt bei 5 Jahren rückwirkend ab dem 1. Juli 2015.

Weitere Details zur Einigung:

komba Plakat zum Weltkindertag 2015

plakat_weltkindertag_2015Die komba hat zum diesjährigen Weltkindertag am 20. September 2015 ein Plakat aufgelegt, das wir gerne hier vorstellen wollen. Sie haben die Gelegenheit, das Plakat über einen angeschlossenen Drucker auszudrucken.

Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, das komba Plakat in Papierform anzufordern. Den Kostenbeitrag für den Versand in Höhe von 2 € überweisen Sie bitte auf das Konto der Kreisgruppe Peine bei der Kreissparkasse Peine, IBAN DE97 2525 0001 0000 1528 27. Bitte füllen Sie hierzu auch die Anforderung für die Plakate aus. Wir werden sie schnellstmöglich an Sie versenden.

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Sozial- und Erziehungsdienst: Mitglieder lehnen Schlichterspruch ab

Mehr als 60 Prozent der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst in der komba gewerkschaft haben sich bei der Mitgliederbefragung gegen die Annahme des Schlichterspruchs ausgesprochen. Wiederaufnahme von Streikmaßnahmen nicht ausgeschlossen. 

„Die Mitglieder haben den Schlichterspruch in den zurückliegenden Wochen bewertet. Das vorliegende Ergebnis ist ein deutliches Signal an die Gewerkschaften und die Arbeitgeber. Daher werden wir die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) auffordert, bei der nächsten Verhandlungsrunde am 13. August in Offenbach auf das Votum entsprechend zu reagieren“, kommentiert Andreas Hemsing, stellvertretender Bundesvorsitzender der komba gewerkschaft und dbb-Verhandlungsführer das Ergebnis der Befragung.

„Uns ist bewusst, dass noch längst nicht alle Probleme in diesem Bereich gelöst sind. Unsere Mitglieder sehen zahlreiche ihrer berechtigten Forderungen bislang nicht erreicht. Dank der wochenlangen Streiks und großartiger Aktionen unserer Kolleginnen und Kollegen ist allerdings ein Prozess in Gang gekommen“, sagt Hemsing, „Darauf müssen wir nun aufbauen und das Thema gemeinsam mit den Beschäftigten weiter in die gesellschaftliche Diskussion und die Politik tragen.“ Hemsing fordert die politischen Vertreterinnen und Vertreter auf, statt warmer Worte und Verständnis für die Forderungen, endlich Taten sprechen zu lassen.

Gewerkschaften und Arbeitgebervereinigung kommen am Donnerstag, 13. August, in Offenbach/Main zu einer weiteren Verhandlungsrunde zusammen. Eine Wiederaufnahme von Streikmaßnahmen ist nach dem Votum der Mitglieder nicht ausgeschlossen. 

Sozial- und Erziehungsdienst – Mitgliedervotum entscheidet!

„Seit letztem Sommer sind wir im Dialog mit unseren Mitgliedern, haben in Wertschätzungstagen vor Ort unsere Forderung konkretisiert, sind durch sechs wenig befriedigende Verhandlungsrunden mit den Arbeitgebern gegangen, haben vier Wochen gestreikt, um dann in der Schlichtung einen mühsamen Kompromiss zu verabreden“, ruft komba/dbb Verhandlungsführer Andreas Hemsing die Chronologie des SuE-Tarifkonflikts in Erinnerung. „In dieser Situation plötzlich einen Kompromiss durchzupeitschen, der auch den Verhandlern sehr schwergefallen ist, wäre ein Fehler. Die im Schlichterspruch abgebildete Kompromisslinie zwischen der VKA (Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände) und den Gewerkschaften ist sehr mühsam zustande gekommen. Sie braucht jetzt Legitimität. Die bekommt sie nur, wenn diejenigen, die vier Wochen gestreikt haben, sich auch hinter diesen Kompromiss stellen. Deshalb spricht sich die komba/dbb Verhandlungskommission für eine Mitgliederbefragung aus und deshalb werden wir als komba eine solche Befragung durchführen.“ In dieser Zeit wird es keine Streiks geben.

Warum Mitgliederbefragung? 

Nach wochenlangen Verhandlungen und Streiks liegt ein Kompromiss vor. Er verbessert die Situation der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst, aber er lässt auch deutliche Wünsche offen. Wenn der in der Schlichtung ausgehandelte Kompromiss einen Beitrag leisten soll, im SuE-Bereich befriedend zu wirken und die dortigen Berufe attraktiver zu gestalten, dann geht das nur, wenn die Kolleginnen und Kollegen vor Ort sich hinter diesen Kompromiss stellen. „Als wir vier Wochen gestreikt haben, haben wir die Sozialarbeiter und Erzieher gerufen und eine unglaubliche Zahl ist unseren Aufrufen gefolgt – über Wochen“, erläutert Hemsing den Grund für eine Mitgliederbefragung. „Wenn wir dann jetzt einfach sagen würden ‚So, das war’s‘, dann bin ich überzeugt, dass die Menschen sich übergangen fühlen.“

Was wurde bisher erreicht?

In den Kernpunkten sieht der Schlichterspruch im Wesentlichen folgende Verbesserungen im Vergleich zum letzten Angebot der Arbeitgeberseite vor:

Grundeingruppierung Erzieherinnen/Erzieher (aktuelle Eingruppierung S 6):

Die Arbeitgeberseite hat hier überhaupt kein Angebot vorgelegt. Hingegen sieht der Schlichterspruch eine Eingruppierung in eine neue S 8a vor. Dies bedeutet stufenabhängige Verbesserungen in Höhe von bis zu 160 Euro.

Erzieherinnen/Erzieher mit besonders schwierigen fachlichen Tätigkeiten (aktuelle Eingruppierung S 8):

Die Arbeitgeber legten auch hier überhaupt kein geldwertes Angebot vor. Der Schlichterspruch sieht hingegen eine Eingruppierung in eine neue S 8b vor. Dies bedeutet stufenabhängige Verbesserungen in Höhe von bis zu 170 Euro.

Kita-Leitung und deren ständige Vertreter: 

Die Eingruppierung von Kita-Leitungen und deren ständiger Vertreterinnen/Vertreter soll insgesamt angehoben werden. Zwar hatten die Arbeitgeber hier strukturelle Verbesserungen angeboten. Der Schlichterspruch geht aber sowohl strukturell als auch von der Zuordnung der Tätigkeiten zu den S-Gruppen darüber hinaus. Alle Leiterinnen/Leiter und deren ständige Vertretung sollen nach dem Schlichterspruch mindestens eine S-Gruppe höher zugeordnet werden. Weiterhin soll, anders als bisher, je Kindertagesstätte eine ständige Vertreterin/ ein ständiger Vertreter der Leiterin/des Leiters bestellt werden.

Sozialarbeiterinnen/Sozialarbeiter und Sozialpädagoginnen/Sozialpädagogen:

Die Arbeitgeber lehnten hier in den sechs Verhandlungsrunden Verbesserungen kategorisch ab. Der Schlichterspruch hingegen sieht Verbesserungen vor. Diese betragen für die Beschäftigten der jetzigen S 11 durchschnittlich 60 Euro und bei der jetzigen S 12 durchschnittlich 48 Euro. Darüber hinaus soll der Tabellenwert der S 14 Stufe 6 um 80 Euro erhöht werden.

Kinderpflegerinnen/Kinderpfleger:

Die Arbeitgeber boten auch hier überhaupt keine finanzielle Verbesserung an. Der Schlichterspruch sieht hingegen eine finanzielle Besserstellung vor. Die Tabellenwerte sollen in der S 3 um durchschnittlich 90 Euro und in der S 4 um durchschnittlich 123 Euro monatlich angehoben werden.

Behindertenhilfe/Handwerklicher Erziehungsdienst: 

Das Angebot der Arbeitgeber beinhaltete lediglich Verbesserungen für die Werkstattleitungen. Der Schlichterspruch sieht hingegen auch Verbesserungen für die übrigen Beschäftigten in diesem Bereich vor. Für die Entgeltgruppe S 4, Fallgruppe 2 sollen um durchschnittlich 123 Euro erhöhte Tabellenwerte gelten. Die Eingruppierung von Gruppenleiterinnen/Gruppenleitern in Behindertenwerkstätten soll von der S 5 in die S 7 angehoben werden. Dies bedeutet stufenabhängige Verbesserungen in Höhe von bis zu 150 Euro.

Heilerziehungspflegerinnen/ Heilerziehungspfleger: 

Die Arbeitgeber legten hier keinerlei Vorstellungen vor. Der Schlichterspruch sieht vor, dass diese Beschäftigten wie Erzieherinnen/Erzieher eingruppiert werden.

Heilpädagoginnen/Heilpädagogen: 

Die Arbeitgeber legten auch hier kein Angebot einer finanziellen Verbesserung vor. Der Schlichterspruch hingegen sieht eine höhere Zuordnung von bisher S 8 in die S 9 vor. Dies bedeutet stufenabhängige Verbesserungen in Höhe von bis zu 111 Euro.

Der Wortlaut des Schlichterspruchs, der die weiteren Details enthält, kann auf den Sonderseiten des dbb unter www.dbb.de/sozial-und-erziehungsdienst nachgelesen werden.

Missverständnisse aufklären 

In den letzten Tagen nach Vorliegen des Schlichterspruchs haben sowohl Vertreter der Medien, aber auch Kolleginnen und Kollegen das Ergebnis auf einer falschen Grundlage bewertet, weil sie fälschlicherweise davon ausgingen, dass diese Verhandlungen für den SuE- Bereich die „normale“ Einkommensrunde ersetzen. Das ist falsch. Der SuE-Be- reich hat im letzten Jahr an der Einkommensrunde mit den Kommunen partizipiert. Er wird selbstverständlich auch im nächsten Frühjahr während der Einkommensrunde 2016 an den Erhöhungen teilnehmen. Die aktuelle Runde diente dazu, diesen besonders belasteten Bereich zusätzlich wertzuschätzen und aufzuwerten. „Klar ist aber auch“, so Hemsing abschließend, „dass es weitergehen muss. Wir werden nicht lockerlassen und es geht nicht allein um Prozentpunkte, sondern um Aufwertung wichtiger und hochwertiger Berufsbilder. Gut ausgedrückt hat das Herbert Schmalstieg, Arbeitnehmerschlichter in der zurückliegenden Schlichtung. Er sagte gegenüber der Presse: „Es geht nicht um Prozentpunkte. Es geht um Menschen.“ Und hier haben wir gemeinsam auch erreicht, dass die Gesellschaft durch unseren Kampf der letzten Monate ein anderes Bewusstsein vom Stellenwert der Sozial- und Erziehungsarbeit hat.

Wir sind aber noch nicht am Ende des Weges der Aufwertung angelangt.

 

 

Sozial- und Erziehungsdienst: Verhandlungskommission will Mitgliedervotum!

In der gegenwärtigen Tarifauseinandersetzung im Sozial- und Erziehungsdienst wird die Verhandlungskommission komba/dbb eine Mitgliederbefragung durchführen, bevor sie den Schlichterspruch vom Dienstag endgültig bewertet. „Bevor wir in die abschließenden Gespräche ab voraussichtlich 13. August gehen, wollen wir ein detailliertes Stimmungsbild aus unserer Mitgliedschaft“, sagte komba/dbb Verhandlungsführer Andreas Hemsing am 25. Juni 2015 in Offenbach. Während dieser Zeit wollen die Gewerkschaften zunächst von weiteren Streiks absehen.

Weitere Infos/Unterlagen zur Mitgliederbefragung werden in der nächsten Woche folgen.