komba Plakataktion zum Weltkindertag am 20. September 2013

Kolleginnen und Kollegen, die komba gewerkschaft hat auch zum Weltkindertag am 20. September 2013 eine Plakataktion aufgelegt. Sie können das Plakat zur weiteren Verwendung als pdf-Datei gerne unter www. bei. Gleichzeitig werde ich in den nächsten Tagen das komba Plakat in Papierform erhalten und sende es Ihnen auf Anfrage gerne zu.

Hier der Link: plakat_weltkindertag_2013

Neue Studie belegt Personalschlüssel in Nds. Kitas: komba Position nach besserem Personalschlüssel für Kitas in Niedersachsen sind ausbaufähig!

Es fehlt an Erzieherinnen: Der Personal­mangel in der Kinderbetreuung ist nicht nur die größte Hürde, wenn es ab August gilt, den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für Kinder ab dem vollendeten ers­ten Lebensjahr einzulösen. Auch die Qualität der frühkindlichen Bildung ist ausbaufähig. In Niedersachsen bieten die Krippen ein ungünstigeres Betreu­ungsverhältnis als im Durchschnitt der westdeutschen Bundesländer. Hinzu kommt: Die Mehrzahl der U3-Kita-Kin­der in Niedersachsen besucht keine Krippe, sondern andere Gruppenformen – und die bieten noch schlechtere Bedingungen. Das geht aus dem dies­jährigen „Länderreport Frühkindliche Bildungssysteme“ hervor, den die Ber­telsmann Stiftung heute veröffentlicht. Stichtag für die Datenerhebung war der 1. März 2012.

In den Krippengruppen in Niedersach­sen betreut eine Vollzeitkraft rechne­risch vier Ganztagskinder (1:4,0). Zum Vergleich: Im Durchschnitt der West-Länder liegt dieser Krippenpersonal­schlüssel bei 1:3,7. Damit ist Nieder­sachsen auch vergleichsweise weit entfernt vom Personalschlüssel, den die Berteismann Stiftung empfiehlt (1:3). Die im Ländervergleich günstigste Betreu­ungsrelation haben die Krippen in Bre­men, wo auf eine Erzieherin rechnerisch 3,1 Kinder kommen. Die Bildungschan­cen der unter Dreijährigen verschlech­tern sich, wenn sie statt einer Krippe an­dere Gruppenformen besuchen, in denen auch ältere Kinder betreut wer­den. In Niedersachsen gilt dies für an­nähernd 70 Prozent der unter dreijähri­gen Kita-Kinder. So sind 45,5 Prozent dieser Altersgruppe in einer Gruppe mit Kindern unter vier Jahren, die einen Per­sonalschlüssel von 1:4,2 aufweisen. Fast elf Prozent besuchen eine alters­übergreifende Gruppe (1:5,6).

Weitere zwölf Prozent der Kita-Kinder unter drei Jahren müssen sich in einer für Zweijäh­rige geöffneten Kindergartengruppe mit einem durchschnittlichen Personal­schlüssel von 1:7,8 begnügen. Der not­wendige Ausbau der Kita-Plätze geht zu Lasten der Qualität. Die große Mehr­zahl der unter Dreijährigen findet in Nie­dersachsen schon heute alles andere als optimale Bedingungen. Für die Qua­lität von frühkindlicher Bildung ist es von entscheidender Bedeutung, wie viele Kinder eine Erzieherin zu betreuen hat.

Studien zeigen: Bessere Personal­schlüssel ermöglichen mehr bildungsanregende Interaktionen und Aktivitäten für die Kinder. Zudem hat sich gezeigt, dass bei vergleichsweise guten Perso­nalschlüsseln Kinder ihre sprachlich-kognitiven und sozialen Fähigkeiten besser entwickeln. In der Gruppe der Kinder zwischen drei Jahren und Schul­eintritt ist die verfügbare Zahl der Plätze bundesweit kaum noch ein Problem. Auch in Niedersachsen nehmen fast 93 Prozent aller Kinder zwischen drei Jahren und dem Schuleintritt eine Kin­dertagesbetreuung in Anspruch. Die Personalausstattung der niedersächsi­schen Kindergartengruppen ist mit 1:8,1 günstiger als im West-Durchschnitt (1:8,6), erreicht aber noch nicht die Emp­fehlung der Bertelsmann Stiftung von 1:7,5. Spitzenreiter unter den Bundes­ländern ist auch bei den Kindergärten Bremen mit einem Personalschlüssel von 1:7,3. Nachholbedarf besteht in Nie­dersachsen bei den Ganztagsangebo­ten. In Niedersachsen sind rund 36 Pro­zent der unter Dreijährigen mehr als 35 Stunden pro Woche in einer Kita. Ob­wohl in der Regel mit dem Alter der Kin­der deren zeitlicher Betreuungsbedarf steigt, sinkt im Westen die Ganztags­quote bei Kindern, die älter als drei Jah­re sind. Für Niedersachsen macht sich das besonders stark bemerkbar. Nur 21 Prozent der über Dreijährigen besu­chen hier ganztags eine Kita. Das ist der zweitniedrigste Wert aller Bundeslän­der; der Durchschnitt im Westen beträgt immerhin 34 Prozent. Niedersachsen hat nur einen Rechtsanspruch für Kin­der ab drei Jahren auf eine tägliche Min­destbetreuungszeit von vier Stunden. Für den komba Fachbereich Sozial- und Erziehungsdienst belegt die neue Ber­telsmannstudie, dass die Nds. Landes­regierung endlich aktiv werden muss.

Hierbei dürfe aber nicht nur auf die Quantität der Plätze, wie aktuell beschlossen, 5.000 Kita-Plätze mehr, sondern gerade die Qualität beachtet werden, so Wolf Becker, Fachbereichsvorsitzender. Die Lösung für die komba ist und bleibt ein niedriger Personal­schlüssel. Becker weiter: Wir haben alle Parteien informiert, jetzt muss auch gehandelt werden! Über die weiteren Entwicklungen werden wir laufend be­richten.