Umsetzung Rechtsanspruch U 3 – Positionen des Bundesfachbereichs Sozial-und Erziehungsdienst

Der Bundesfachbereich Sozial – und Erziehungsdienst beobachtet schon seit dem ersten Krippengipfel sehr kritisch die Umsetzung des Rechtsanspruchs U 3 und deren Auswirkungen auf die Beschäftigen der Tageseinrichtungen. Auch das Wohl der Kinder darf nicht gefährdet werden. Um dies einhalten zu können sind dem  Bundesfachbereich Sozial- und Erziehungsdienst folgende Kernforderung wichtig:

  • der Bundesfachbereich Sozial- und Erziehungsdienst fordert, dass die landesrechtlichen Vorgaben, die in dem einzelnen Bildungsgesetzen festgelegt und geregelt sind (Personalschlüssel, Gruppengröße, Raumkonzepte) eingehalten werden,

Beispiele: Die Einrichtung zusätzlicher Gruppen in Mehrzweckräumen oder Turnräumen, die Umwandlung von Abstellräumen in Differenzierungsräume, Schlafräume, etc. sind genauso unzumutbar, wie die Erweiterung der Gruppengröße durch Überbelegungen ohne zusätzliches Fachpersonal.

Hier werden die Zwischenlösungen die die Mindeststandards nicht einhalten sehr kritisch gesehen – vor allem dürfen hieraus keine Dauerlösungen entstehen.

  • der Bundesfachbereich Sozial- und Erziehungsdienst fordert, dass für alle Fachkräfte in den Tageseinrichtungen ausreichend Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen zur Verfügung gestellt werden,
  • der Bundesfachbereich Sozial- und Erziehungsdienst fordert, das Entfristen der  Arbeitsverträge in den Tageseinrichtungen, nicht nur aus existenzieller und gesundheitsfördernder Sicht der Beschäftigten ist diese Maßnahme dringend erforderlich, sondern auch aus Sicht der Kinder, da hierdurch die verlässliche Betreuung, pädagogische Förderung und die Beziehungsarbeit gewährleistet werden kann. Dies gelingt nur durch vertraute Betreuungspersonen und eine pädagogisch-fundiert, konstante Beziehungsarbeit und nicht durch ständigen Personalwechsel,
  • der Bundesfachbereich Sozial- und Erziehungsdienst fordert, dass durch die Einführung flexibler Betreuungszeiten die Öffnungszeiten in den Tageseinrichtungen nicht so ausgedehnt werden dürfen, damit eine angemessene, professionelle und bindungsintensive Betreuung und Förderung durch ausreichend Fachkräfte auch in den Randzeiten noch gewährleistet und umsetzbar bleibt,
  • der Bundesfachbereich Sozial- und Erziehungsdienst fordert die Politik auf, endlich die Attraktivität des Erzieherberufes durch eine angemessene Bezahlung aufzuwerten, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken,
  • Vorhandenes Personal mit Berufserfahrung, wie z. B. Kinderpfleger/innen muss Qualifizierungsmaßnahmen angeboten werden – hier kann Potenzial kurzfristig aufgebaut werden.
  • Um den Fachkräftemangel entgegen zu wirken und die Attraktivität des Berufes zu steigern, sollte nicht vergessen werden, dass eine hohe Anzahl der Mitarbeiter in den Kitas in Teilzeitbeschäftigung angestellt sind. Wenn diese Verträge in Vollzeit umgewandelt würden, könnten fehlenden Personalstunden durch vorhandenes Personal aufgefangen werden,
  • das Thema Inklusion darf in der jetzigen Situation nicht auch noch mit Zwischenlösungsregelungen in die Tageseinrichtungen als neuer Auftrag dazu kommen. Hier müssen die Rahmenbedingungen und durchdachte Konzepte vor der Umsetzung vorhanden sein. Im Besonderen sind die Rahmenbedingungen durch die z. Zt. gängige Praxis mit Überbelegungen die Plätze U 3 zu schaffen, für Inklusion überhaupt nicht vorhanden.