Gefährdungsbeurteilung

Für den Bereich der Kindertagesstätten haben wir eine Vorlage für die Gefährdungsbeurteilung gefertigt:

Gefährdungsbeurteilung Kindertagesstätten

Die Beurteilung ist als Muster gedacht, die den Verhältnissen vor Ort angepasst werden sollte. Es wird keine Gewähr für die Vollständigkeit übernommen.

Wie gefährlich ist mein Arbeitsplatz für meine Gesundheit?

Gefährdungsbeurteilung wird immer wichtiger – komba gibt Hilfe! 

Die Gefährdungsbeurteilung ist ein we­sentliches Element der Gestaltung von Arbeitsplätzen und Arbeitsabläufen. Wenn die daraus resultierenden Maß­nahmen gewissenhaft umgesetzt wer­den, haben die betroffenen Beschäftig­ten eine Chance auf optimale Arbeits­bedingungen. Dies wird angesichts des steigenden Renteneintritts immer wich­tiger. 

Im Folgenden möchten wir erste wichtige Hinweise geben: Die Verpflichtung zur Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung ergibt sich un­mittelbar aus dem Arbeitsschutzgesetz vom 7. August 1996 (ArbSchG). Dieses Gesetz dient dazu, Sicherheit und Ge­sundheitsschutz der Beschäftigten bei der Arbeit durch Maßnahmen des Arbeits­schutzes zu sichern und zu verbessern. Adressat dieses Gesetzes ist der Be­triebsinhaber, der dadurch verpflichtet wird, die im Gesetz definierten Maßnah­men des Arbeitsschutzes in seinem Un­ternehmen umzusetzen. Dabei wird nicht  unterschieden zwischen produzie­renden Betrieben, Dienstleistungsunter­nehmen oder Verwaltungsbetrieben – dies hat zur Folge, dass fast alle erwerbstätigen Personen den in diesem Gesetz definierten Schutz genießen.

In den allgemeinen Grundsätzen (§ 4) des ArbSchG ist bereits definiert, dass die Ar­beit grundsätzlich so gestaltet werden muss, dass Gefährdungen für Leib und Leben vermieden oder möglichst gering gehalten werden. Wichtig ist, dass be­reits bei der Planung von Arbeitsprozes­sen und der Gestaltung der Arbeitsplätze darauf zu achten ist, dass Gefährdungen schon während dieses Stadiums erkannt und nach Möglichkeit ausgeschlossen werden. Hierbei ist technischen Schutzmaßnahmen der Vorzug vor individuellen Maßnahmen zu geben.

Gefährdung

Der Arbeitgeber hat zu ermitteln, welche Gefährdungen am Arbeitsplatz beste­hen. Sinnvollerweise werden zu diesem Zeitpunkt kompetente Berater in Person von Fachkräften für Arbeitssicherheit und auch Arbeitsmediziner hinzugezo­gen, um Sachverhalte in Gänze und un­ter Berücksichtigung des Standes von Technik, Arbeitsmedizin und Hygiene er­fassen zu können. In der Praxis zeigt sich allerdings, dass viele Arbeitgeber die Aufgabe der Gefährdungsermittlung wie auch der Gefährdungsbeurteilung an Fachkräfte für Arbeitssicherheit dele­gieren und damit selbst nicht aktiv in das Verfahren eingebunden sind.

Es werden umfangreiche Dokumentatio­nen gefertigt und in Ordnern gepflegt, um gegebenenfalls bei Rückfragen von Überwachungsbehörden vorgezeigt wer­den zu können. Diese Vorgehensweise ist jedoch nicht wünschenswert, da die Ver­antwortung für die Umsetzung der aus den Ermittlungen und Beurteilungen re­sultierenden Maßnahmen ohnehin beim Arbeitgeber verbleibt. Folglich ist es hilf­reich, dass dieser in alle Prozessschritte aktiv eingebunden und steuernd tätig ist.

Betrachtet man die derzeit vorliegenden Ergebnisse von Gefährdungsbeurteilun­gen, wird deutlich, dass in erster Linie mechanische und elektrische Gefähr­dungen erfasst werden. Dies ist mögli­cherweise dem Umstand geschuldet, dass die meisten Fachkräfte für Arbeits­sicherheit technischen Disziplinen ent­springen und somit einen besonderen Blick für diese Gefährdungsarten haben.

Auch fällt die Empfehlung geeigneter Maßnahmen etwa zur Beseitigung me­chanischer Gefährdungen leichter, als wenn beispielsweise psychischen Be­lastungen entgegengewirkt werden soll. An diesem Beispiel wird deutlich, dass eine wirkungsvolle und umfassende Ge­fährdungsbeurteilung immer auch von einem Kreis kompetenter Personen er­stellt werden muss.

Beurteilung

Für den Ablauf der Gefährdungsbeurtei­lung ist es erforderlich, das Arbeitssys­tem abzugrenzen und den zu beurteilen­den Bereich festzulegen. Im Einzelnen geht es dabei um acht Aspekte in den folgenden Schritten:

  1. Ermitteln der Gefährdungen
  2. Bewertung der Gefährdungen/Risi­kobetrachtung
  3. Festlegung von Schutzzielen
  4. Konzeption geeigneter Maßnahmen
  5. Umsetzung der gewählten Maßnah­men
  6. Wirksamkeitskontrolle
  7. Abschluss des Verfahrens/erneute Betrachtung
  8. Dokumentation

 

11. Newsletter

In der Anlage übersenden wir Ihnen unsere Ausschreibung für ein komba Seminar

„Die Körpersprache der Kinder – die etwas andere Form der Kommunikation“.

Dieses Seminar ist vor allem für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem pädagogischen Bereich interessant.

Wir bitten um Beachtung des Anmeldeschlusses am 26. Januar 2012.

Einladung

Hinweis:  Eine gesonderte Bestätigung der Teilnahmezulassung erfolgt nicht. Lediglich in Fällen, wo eine Berücksichtigung nicht erfolgen kann, erhalten die Betreffenden eine entsprechende Benachrichtigung. 

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Komba Fachbereich Sozial- und Erziehungsdienst stellt SPD-Fraktion Eckpunktepapier vor

V.l.n.r.: Wolf Becker, Dr. Peter Specke , Gudrun Kutscher mit Vertretern der SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag

Zu einem gegenseitigen Meinungsaustausch haben sich Vertreter der komba gewerkschaft niedersachsen sowie die Mitglieder des Kultusausschusses der SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag getroffen. Für die komba haben der Landesvorsitzende Dr. Peter Specke, der komba Fachbereichsleiter Sozial- und Erziehungsdienst Wolf Becker sowie die stellvertretende Vorsitzende des Bundesfachbereiches Sozial- und Erziehungsdienst Gudrun Kutscher an dem Gespräch teilgenommen.

Das von der komba gewerkschaft erarbeitete Eckpunktepapier, welches bereits dem niedersächsischen Kultusminister Dr. Bernd Althusmann vorgestellt worden ist, ist bei den Abgeordneten auf großes Interesse gestoßen. Insbesondere bestand Einigkeit darüber, dass die Träger der kommunalen Kindertagesstätten die fachliche Beratung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter deutlich verbessern müssen und der Landesgesetzgeber dafür die Voraussetzungen schaffen muss. Gegenwärtig werden von einer Fachberatungskraft etwa 30 Einrichtungen betreut. Dieser Schlüssel muss nach unserer Auffassung deutlich verkleinert werden. Weitere Gesprächsschwerpunkte bildeten die angestrebte Erhöhung des Männeranteils in den pädagogischen Berufen sowie eine Verbesserung des Personalschlüssels in den verschiedenen Gruppen. Das Gespräch fand in einer angenehmen und konstruktiven Atmosphäre statt, so dass auch für die Zukunft ein kontinuierlicher Meinungsaustausch verabredet worden ist.  

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„Ohne qualifiziertes Personal keine weiteren Betreuungsplätze“

U 3: Allein in Niedersachsen fehlen 5.000 ErzieherInnen. Der Markt ist leergefegt. Alleine in Niedersachsen fehlen 5.000 Erzieherinnen und Erzieher. „Ohne qualifiziertes Personal wird es keine weiteren Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren geben“, erklärte Dr. Peter Specke, Landesvorsitzender der komba gewerkschaft. Heute räche sich, dass es die Landesregierung versäumt hat, in die Beschäftigen des Erziehungsdienstes zu investieren. Die Qualifikationsansprüche an die Betreuung und Erziehung in Kindertagesstätten und Familienzentren seien zwar gewachsen, dass dies aber erhebliche Konsequenzen für das Personal habe, sei von den Regierenden trotz gewerkschaftlicher Forderungen und Mahnungen in den Wind geschrieben worden. Selbst wenn es einen entschlossenen politischen Willen in Niedersachsen gäbe, mehr Betreuungsplätze zu errichten, selbst wenn mehr Mittel für Investitionen oder Unterhaltung in den öffentlichen Etats zur Verfügung ständen, ohne Personal sei auch diese Strategie zum Scheitern verurteilt, erklärt Specke. Qualifizierte Erzieher bildeten die wichtigste Ressource und die sind nicht zu Preisen zu haben, die man mal in der Kinderverwahranstalt alter Zeiten bezahlt hat.

Die komba gewerkschaft niedersachsen hält es für dringend erforderlich, ein Personalentwicklungskonzept und Qualifizierungsprogramm umzusetzen, ohne dass Niedersachsen auch in den nächsten Jahren Schlusslicht in der Statistik bei den Betreuungsplätzen bleiben wird.

Dazu gehört die Erfüllung folgender Voraussetzungen: Die Gruppengrößen und der Erzieher-Kinder-Schlüssel in den Tageseinrichtungen muss sich entsprechend der Studien über angemessene Bildungsbedingungen im Elementarbereich verändern und damit dem Niveau anderer Bundesländer und dem europäischen Ausland angeglichen werden.

Für Beschäftigte im Erziehungsdienst müssen entsprechend den vielfältigen neuen Aufgaben (Sprachförderung, Begleitung von Kinder unter drei Jahren) ausreichende berufsbegleitende Fortbildungen angeboten werden und während der Fortbildung Vertretungskräfte zur Verfügung stehen. Die Ausbildungsinhalte an den Berufskollegs müssen sich an den neuen Aufgabenfeldern und den gestiegenen Ansprüchen orientieren. Ergänzungskräfte sind gerade in den Betreuungsgruppen U 3 prädestiniert für die kleinen altersgemischten Gruppen. Dort sollen sie auch eingesetzt werden können.

Das Berufsbild der Erzieherinnen bedarf dringend der Aufwertung, indem eine Ausbildung für Leitungskräfte und Fachhochschulniveau angeboten wird, damit wir uns dem Ausbildungsstandard in den anderen europäischen Ländern annähern. Die Bezahlung ist entsprechend dieser verantwortungsvollen pädagogischen Tätigkeit in der frühen Bildung anzuheben. Das Lebensalter und die Lebenserfahrung sind dabei zu berücksichtigen. Komba fordert: „Weg mit den Zeitarbeitsverträgen“.  

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