Regionalkonferenz der niedersächsischen Erzieher in Peine

Die Bilder der Veranstaltung können Sie unterwww.komba-peine.de (Bildergalerie) einsehen.

Rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind dem Ruf der Fachgruppe Sozial- und Erziehungsdienst der komba-gewerkschaft niedersachsen gefolgt, und haben in Peine im Forum eine Regionalkonferenz abgehalten. Unter den Gästen konnten neben dem Landtagsabgeordneten Matthias Möhle (SPD) der Landrat Franz Einhaus (SPD) und der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Peine, Ewald Werthmann (SPD), begrüßt werden. Der Kultusminister Dr. Althusmann (CDU), der seine Teilnahme zunächst zugesagt hatte, musste sich durch den Präsidenten der Landesschulbehörde, Ulrich Dempwolf vertreten lassen, da der Kultusminister an der Plenarsitzung der Bundeskultusministerkonferenz in Hamburg teilgenommen hat. Ein Referat des Mitgliedes des Kultusausschusses des Niedersächsischen Landtages, Frau Dörthe Weddige-Degenhard (SPD) sowie des komba-Landesvorsitzenden, Dr. Peter Specke, rundete die Veranstaltung ab.

Bei den TeilnehmerInnen der Veranstaltung handelte es sich um Kita-Leitungen, ErzieherInnen und Zweitkräften sowie MitarbeiterInnen aus Jugendämtern und Jugendfreizeiteinrichtungen aus Niedersachsen. In vier Workshops über Inklusion, Ausbildung, Kindeswohlgefährdung und Rente wurde zunächst die aktuelle Lage ausgearbeitet, um Ziele und Wünsche für die nächsten Jahre zu konkretisieren. 

Die Inklusion von Kindern mit Beeinträchtigungen hat nach EU-Recht ab Mitte nächsten Jahres seine rechtliche Umsetzung im Schulbereich erfahren. Unter dem Leitsatz „Alle Menschen in ihrer Vielfältigkeit haben das Recht auf gesellschaftliche Teilhabe“ wollen die pädagogischen MitarbeiterInnen vor Eintritt der Inklusion im Bereich der Kindertagesstätten Festsetzungen mit der Landesregierung klären. 

So werden für die ortsnahe Betreuung dieser Kinder optimale finanzielle Rahmenbedingungen erwartet, wobei die Personal- und Sachfinanzierung aus einer Hand erfolgen soll. Individuelle Gruppengrößen, die an den Bedürfnissen der Kinder ausgerichtet sein müssen sowie die Erweiterung der Ausbildung der BetreuerInnen und auch der Vertretungskräfte in einem interdisziplinären Team sind unerlässlich. Bei der Inklusion wird nicht, wie bei der derzeit vorhandenen Integration das Kind der Gruppe angepasst, sondern die Gruppe dem Kind. Weiterhin ist festgestellt, dass den Betreuern neben den finanziellen Möglichkeiten für eine weitergehende Ausbildung die Zeit hierfür fehlt. Die Ausbildung ist im Netzwerk erforderlich, da eine ganze Reihe an kompetenten Fachleuten zur Verfügung stehen muss, so z. B. Psychologen, Ärzte, Logopäden, Physiotherapeuten, auch ErzieherInnen mit Fremdsprachen. Eine weitere Forderung der TeilnehmerInnen ist die Schaffung einer Studienrichtung „Inklusion“  in den niedersächsischen Fach- und Fachhochschulen für Sozialpädagogik. Dadurch ist ein höheres fachliches Niveau in der Ausbildung zum Erzieher/zur Erzieherin gewährleistet. 

Zweitkräfte führen die Gruppen ebenfalls mit. Daher muss vom Land eine einheitliche landesrechtliche Regelung geschaffen werden, ausschließlich MitarbeiterInnen mit Erzieherausbildung einzusetzen, ein europaweit gefordertes Fachhochschulstudium soll angestrebt werden. Bisher eingesetzte SozialassistentInnen und KinderpflegerInnen müssen die Möglichkeit haben, ortsnahe eine Weiterbildung und staatliche Anerkennung als ErzieherIn zu erhalten. Ebenso wurde von den Teilnehmern moniert, dass es in Niedersachsen immer noch Träger gibt, die eingesetzte ausgebildete ErzieherInnen als Zweitkräfte nach der 3 Gruppen tiefer liegenden Tarifgruppe für SozialassistentInnen entlohnen. Den augenblicklichen neuen pädagogischen Mitarbeitern fehle es oft an der Praxis. Daher wird auch hier eine betriebsorientierte praxisnahe Ausbildung gefordert, die ähnlich der Ausbildung zum VerwaltungsfachangestelltInnen oder anderen Berufszweigen über die Träger durchgeführt wird.  

Im Bereich Kindeswohlgefährdung wurde bemängelt, dass es bei Verantwortlichen aus Politik und Vertretern öffentlicher Institutionen vor Ort oft an Verständnis und Wertschätzung für diese schwierige Aufgabe mangelt. Kinderschutz ist ein sehr wichtiges Thema, Fachleute vor Ort müssen sich mehr vernetzen. Zur Abwendung einer Kindeswohlgefährdung ist ein funktionierendes Netzwerk beteiligter Stellen erforderlich, um Fachkompetenz gezielt und kurzfristig einsetzen und Maßnahmen einleiten zu können. Auch damit die MitarbeiterInnen in den Kitas sich nicht allein gelassen fühlen. Hierfür sind Ressourcen im Personal- und Zeitmanagement erforderlich, es muss auch mehr in die fachliche Qualifikation der Kita-MitarbeiterInnen investiert werden. Neben Hilfen für die Eltern bei auftretender Kindeswohlgefährdung müssen auch gezielte Hilfen für die Kinder angeboten werden, z.B. therapeutische Angebote. Eine Überprüfung der Umsetzung der Maßnahmen über das Land sei hier geboten.

Eine über 45 Jahre berufstätige Zweitkraft wird mit Einsatz als Teilzeitkraft auch mit 67 Jahren die Grundsicherungsrente ohne Zusatzversorgung oder privater Alterssicherung nicht erreichen. Einer Gruppenleitung, die 25 Kinder in einer Gruppe hat, ist grundsätzlich aufgrund ihres höheren Alters von 67 Jahren kaum die volle Verantwortung mehr abnehmbar. Hier werden alternative Vorschläge unterbreitet.

Einführung einer eigenen Altersrente für den Sozial- und Erziehungsdienst, wie derzeit noch bei den Bergleuten vorhanden, dadurch Rente mit 60 Jahren, wie es bis 2011 bei der Rente für Frauen noch möglich war. Die Wartezeit sollte – wie bei den Bergleuten auch – auf 25 Jahre verringert werden. Ausbildungszeiten sollen hierbei, wie bei den Kindererziehungszeiten auch,  als Beitragszeiten berücksichtigt sein. Ansonsten sollten pädagogische MitarbeiterInnen den Beamten mit psychischen und physischen Belastungen, wie Polizei- und Feuerwehrbeamten, gleichgestellt werden. Ein früherer Renteneintritt wäre so auch gerechtfertigt. Die Anregung hier ein umfangreiches Lebenszeitkonto einzurichten, und die ersparten Zeiten für einen frühzeitigen Renteneintritt zu nutzen, ist tariflich bereits für die kommunalen Träger möglich. Sofern die Unfallversicherungsträger die Krankheiten, die originär mit dem Beruf einer ErzieherIn in Verbindung zu bringen sind auch als Berufskrankheiten anerkennen, wie z. B. Rückenleiden oder Schäden durch Lautstärke, wäre eine Erwerbsminderungsrente aus der Kasse der Unfallversicherungsträger möglich.

Der Bereich der MitarbeiterInnen in der frühkindlichen Bildung darf kein Sammelpool für Arbeitslose oder Versuche sein, die ehemaligen Mitarbeiter der Schlecker-Gruppe in die Kindertagesstätten zu integrieren. Eine kurze Einarbeitung würde bei Weitem nicht ausreichen, die Erfordernisse der heutigen Zeit für den Bereich Bildung im Kindergartenalter zu befriedigen, da immer größere Anforderungen an die MitarbeiterInnen wegen Defiziten bei der Betreuung, Bildung und Erziehung aus dem Elternhaus gestellt werden. Die Notlösung, entsprechende arbeitsuchende Kräfte als pädagogisches Personal einzustellen, hat durch die politische Instanz sehr dem Ansehen der MitarbeiterInnen geschadet, so der Landesvorsitzende der komba, Dr. Peter Specke. Es kann nicht sein, dass auf der einen Seite die Leistung der PädagogInnen verbal anerkannt, und auf der anderen Seite nicht ausgebildete Kräfte auf das wichtigste Gut dieses Landes, unsere Zukunft – denn das sind ja unsere Kinder – für die Bildung der Kinder als vollwertige Kräfte eingesetzt werden.

Der Präsident der Landesschulbehörde Niedersachsen – als Vertreter für den Kultusminister – sprach den pädagogischen MitarbeiterInnen den Dank und die Anerkennung des Landes Niedersachsen für die Arbeitsleistung aus und verwies auf die Leistungen des Landes zur Sprachförderung, zu Projekten wie das Brückenjahr, in dem die Kinder aus den Kindertagesstätten in die Schulen erleichtert werden soll, bis zum beitragsfreien letzten Kindergartenjahr für die Wackelzahnkinder dar. Das Land hätte den bundesweit letzten Platz in der Statistik der Kinderbetreuung verlassen. Hinsichtlich der dualen Ausbildung verwies er auf einige Standorte in Niedersachsen, wie z. B. der Fachschule Oldenburg, dem Diakonie-Kolleg in Hannover, bei der bereits eine duale Ausbildung möglich sei.

Elternbeiträge auch für weitere Zeiten auch durch das Land zu zahlen, Inklusion und der Betreuungsschlüssel seien die westlichenen Punkte für die SPD zur nächsten Landtagswahl, so Dörthe Weddige-Degenhard. Auf den Fachkräftemangel, bei der ErzieherIn handelt es sich bundesweit zu einer der TOP-Mangelberufe, wies sie ebenfalls hin. Eine Erzieherausbildung „light“ – unter Hinweis auf die Ausbildung arbeitslos gewordener Mitarbeiter bei den Schlecker-Märkten, werde es mit der SPD nicht geben. Hinsichtlich einer tollen Ausbildung müssen alle beteiligten Akteure, hierzu zählen auch die Jugendhilfe und die Träger, an den Tisch, um Regelungen hierüber zu vereinbaren. An den Hochschulen müssen weitere Studienbereiche für Lehrkörper für die frühkindliche Ausbildung ausgewiesen werden. Weiterhin sollte das Modell einer dualen Ausbildung auf 3 Jahre ausprobiert werden. Es mangele an einer Fortbildung im Krippenbereich. Frau Dörthe Weddige-Degenhard sprach sich auch dafür aus, die Verfügungszeiten für die Inklusions-Krippengruppen zu erhöhen. Die finanziellen Mittel hierfür dürfen aus den bisher vorhandenen Töpfen nicht für andere Finanzierungen entnommen werden. Als Ziel für 2020 nannte sie die vermehrte Einrichtung von Familienzentren inklusive der Kindertagesstätten, in denen Mittagessen angeboten wird. Sie erwartet eine Absenkung der Regelkindergartengruppen auf 20 Kinder bei 2 pädagogischen MitarbeiterInnen sowie eine Beitragsfreiheit der Eltern für den Besuch der Einrichtungen.

Der Sprecher der Fachgruppe, Wolf Becker, versprach den Anwesenden, die Zielvorstellungen in der politischen Ebene auf Landes- und Bundesebene einzureichen, und für deren Umsetzung zu kämpfen. Leider sind es immer wieder die MitarbeiterInnen der Kindertagesstätten, die auf ihrer Insel keine Netzwerke hätten, um Ideen und Forderungen oder Vergleiche mit anderen Einrichtungen auszutauschen. Hier seien auch künftig die Gewerkschaften gefordert, für ihre Mitglieder im Netz tätig zu werden.

 

komba gewerkschaft warnt vor Schnellschüssen auf Kosten von Qualität des Sozial- und Erziehungsdienstes

Trotz Kritik will die Bundesagentur für Arbeit einen Großteil der Langzeitarbeitslose zu Erziehern umschulen – darunter auch die rund 10.000 Mitarbeiter der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker. „Natürlich herrscht in deutschen Kitas akuter Fachkräftemangel, doch nützt es nicht, diesen jetzt auf Biegen und Brechen beheben zu wollen,“ so Uli Silberbach, Bundesvorsitzender der komba gewerkschaft, größte Fachgewerkschaft im dbb beamtenbund und tarifunion. Die komba warnt bei dem Vorhaben von Regierung und Bundesagentur für Arbeit (BA) vor zu viel Enthusiasmus und unüberlegten Schnellschüssen, die langfristig auf Kosten von Qualität und Wertstellung für diesen Berufszweig gehen.

„In kaum einem anderen Thema widerspricht sich derzeit die Bundesregierung mehr denn je: Gestern noch plädiert sie auf eine qualitative Aufwertung der Arbeit von Erzieherinnen und Erziehern und heute soll mit ungelernten oder „Crash-Kurs“-Kräften gegen den Personalmangel in den Kitas vorgegangen werden. Es scheint, als sei jegliches Mittel Recht, um den notwendigen Bedarf zu schaffen für die Umsetzung der eigenen Vorhaben wie Kita-Platz 2013 und Inklusion,“ kritisiert auch Sandra van Heemskerk, Bundesvorsitzende für den Fachbereich Sozial- und Erziehungsdienst der komba gewerkschaft.
Bereits Anfang Juni hatten Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und der Chef der Bundesagentur für Arbeit Frank-Jürgen Weise erklärt, Arbeitslose zu Erziehern umschulen zu wollen. Dabei ging es vor allem um die Schlecker-Frauen, die durch die Insolvenz der Drogeriemarktkette ihre Jobs verloren haben. Die Medien berichten aktuell, dass laut Angaben von Heinrich Alt, Vorstandsmitgliedes der Bundesagentur für Arbeit (BA), sogar 800.000 Menschen unter den Langzeitarbeitslosen dafür in Frage kommen würden, die zumindest die schulischen Voraussetzungen erfüllen. „Grundsätzlich sind die Bemühungen zu begrüßen, dass der Fachkräftemangel nun auch bei der Politik angekommen ist und Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Ob es aber damit getan ist, nur nach der schulischen Voraussetzung zu schauen, dürfte erheblichen Zweifel vorbringen. Immerhin sollten die neuen Erzieherinnen und Erzieher doch wenigstens ein Mindestmaß an Motivation für ihren neuen Beruf mitbringen,“ so der Bundesvorsitzender der komba.


Soziale Berufe sind nicht nur Jobs, um Geld zu verdienen

Gerade in sozialen Berufen bedarf es einer grundlegenden Bereitschaft und Überzeugung. Van Heemskerk sieht in dem Angebot der Regierung ein Angebot, ohne die Konsequenzen genau durchdacht zu haben: „Kolleginnen und Kollegen, die in sozialen Berufen tätig sind, haben sich in der Regel ihren Job als erstes aus Überzeugung und nicht aus existentiellen Gründen ausgewählt. Nun mag es sicherlich für Langzeitarbeitslose sowie die arbeitslosen Schlecker-Mitarbeiterinnen verlockend sein, nach der Umschulung auch einen Job mit Zukunft in Aussicht gestellt zu bekommen und für einige wird dies auch ein gangbarer Weg.“
Es sei kurzfristig gedacht, die Arbeitslosen vielleicht in ihre nächste Misere, weil im falschen Beruf, zu drängen, so Silberbach und ergänzt: „Auch wenn den Interessenten laut BA erst einmal ein Praktikum in einer Kindertagesstätte angeboten wird, ist es fraglich, ob Arbeitsbedingungen und Entlohnung tatsächlich so attraktiv sind, dass sich von den angedachten 800.000 Kandidatinnen und Kandidaten auch wirklich viele bewerben. Schließlich kommt der Fachkräftemangel nicht von ungefähr, sondern fußt auf der Tatsache, dass die Beschäftigten hohen physischen und psychischen Belastungen ausgesetzt sind, entsprechende Ausgleichsmaßnahmen fehlen und die Bezahlung dafür gering ist. Stellschrauben, an denen zuerst gedreht werden müsste,“ so Silberbach.

Umschulung in zwei Jahren kritisch und fragwürdig
Gerade die Einstellung, dass der Sozial- und Erziehungsdienst bei den meisten eine „Berufung“ sei, sei einer der Gründe dafür, dass die Beschäftigt seit Jahren die hohen Belastungen tragen und das ohne wenig Beschwerdeverhalten. Im Erziehungsdienst vorausgegangen ist eine lange Ausbildungszeit – beispielsweise in Niedersachsen erst nach vier Jahren. Die von der Regierung vorgeschlagene Umschulung ist angesetzt für rund zwei Jahre. Van Heemskerk warnt vor diesem Schnellschuss: „Eine verkürzte Ausbildung für Quereinsteiger wie zum Beispiel die Schlecker-Mitarbeiterinnen könnte ein Ungleichgewicht bei Themen Eingruppierung und Bezahlung geben – ebenfalls als kritisch und fragwürdig zu beurteilen. Es darf nicht sein, dass die Koalition mit allen Mitteln versucht, ihren Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem 1. Lebensjahr ab 2013 jetzt auf Kosten der Qualität der Erziehungsarbeit und auch auf Kosten der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst durchsetzen zu wollen.“

 

Bundeskinderschutzgesetz

komba gewerkschaft warnt: Ohne qualifiziertes Personal in den Kommunen bleibt wichtiges Gesetz nur Makulatur

Das neue, für Kinder, Eltern und Erzieher wichtige Bundeskinderschutzgesetz muss ein Erfolg werden und darf nicht Makulatur bleiben. Darum stehen die öffentlichen Arbeitgeber in der Pflicht, in den Kommunen für ausreichendes und qualifiziertes Personal zu sorgen, damit das Gesetz in den Kommunen mit Leben gefüllt werden kann. Mit dieser Botschaft weist Ulrich Silberbach, Bundesvorsitzender der kommunalen Fachgewerkschaft komba im dbb beamtenbund und tarifunion, auf einen ernst zu nehmenden Schwachpunkt hin: „Die Qualität eines Gesetzes wird sich an seiner Umsetzbarkeit messen lassen. Und dafür brauchen die Städte und Kreise ausreichendes sowie für diese Aufgabe entsprechend qualifiziertes Personal.“ Hier aber, so Silberbach, gebe es bereits erkennbar erhebliche Defizite, auf die der dbb im Anhörungsversfahren auch deutlich hingewiesen habe. Selbstverständlich stehe die komba gewerkschaft voll hinter dem gesetzlichen Ziel, den aktiven Schutz von Kindern und Jugendlichen zu stärken, um Vernachlässigung oder Missbrauch von Kindern zu verhindern. Städte, Kreise und Gemeinden brauchten dazu aber Spezialisten, die in dem sensiblen Umfeld im Interesse der Kinder wirksam arbeiten können. Dies sei gegenwärtig nicht ansatzweise zu erkennen. Silberbach und Sandra van Heemskerk, Vorsitzende des Bundesfachbereichs Sozial- und Erziehungsdienst in der komba gewerkschaft, weisen darauf hin, dass derzeit jedoch niemand wisse, wie die Jugend-, Sozial- oder Gesundheitsämter angesichts anhaltender Personaleinsparungen in den Kommunen es schaffen sollen, diese wichtige gesellschaftliche Aufgabe im Sinne der gesetzlichen Vorgaben zu realisieren. Van Heemskerk: „Pädagogisch wichtige und notwendige Hilfen dürfen nicht an Kosten scheitern.“ Die Städte brauchten dafür neue Konzepte für Fachpersonal, damit die präventive Arbeit gestärkt werden kann. In zahlreichen Städten, so die erfahrene Erzieherin, gäbe es bereits jetzt derart hohe Fallzahlbelastungen, so dass die Prioritätenentscheidung sich ausschließlich nach der Frage richteten, wo es am allerschlimmsten brenne. Van Heemskerk: „Das habe aber mit Vorbeugung nichts mehr zu tun. Präventive Arbeit ist bereits längst nicht mehr möglich“. Die komba gewerkschaft beklagt in diesem Zusammenhang, dass die immer wichtiger werdenden Aufgaben des Sozial- und Erziehungsdienstes von den öffentlichen Arbeitgebern nicht ausreichend geschätzt werde. Das zeigten auch kleinkarierte Auseinandersetzungen um Eingruppierungen in Gehaltsgruppen, die der Bedeutung der zu erfüllenden Aufgabe angemessen sind. Das Bundeskinderschutzgesetz sei ein plastisches Beispiel dafür, ergänzt Ulrich Silberbach, dass die inhaltlichen Ziele eines Gesetzes ganz eng korrespondieren müssen mit der personellen und finanziellen Umsetzung neuer Aufgaben. Diese sei nicht garantiert. Als weiteres Beispiel nannte er die ebenfalls zu begrüßenden Initiativen, die Kindererziehung im Vorschulalter auch deutlich auf Kinder unter drei Jahren auszuweiten. Niemand habe aber eine Antwort darauf, woher allein in Niedersachsen die dazu fehlenden etwa 8000 Erzieherinnen und Erzieher kommen sollen: „Der Arbeitsmarkt ist leergefegt. Die kommunalen Finanzen sind in einer ruinösen Situation. Es ist Aufgabe von Regierungen und Parlamenten, diese Widersprüche zwischen politischen Zielen und der Realität gesetzlicher Anwendungen im Alltag aufzulösen“, so Silberbach.

 

Fachgruppe auf Info-Tour

Ein ganz besonderes Familienfest hat für die komba niedersachsen, Fachgruppe Sozial- und Erziehungsdienst, in Zusammenarbeit mit komba-gewerkschaft, Kreisverband Peine in Langenhagen zum Weltspieltag stattgefunden. Der Verein Abenteuerland e. V. hatte eingeladen und tausende Eltern, Kinder und Pädagogen sind zum Silbersee gekommen. Die unterschiedlichsten Angebote für Kinder und Eltern rundeten den sonnigen Tag ab. Die Fachgruppe hatte einen Informationsstand aufgebaut, an dem die Eltern und Pädagogen über die Arbeit der kommunalen Fachgewerkschaft informiert wurden. Das Eckpunktepapier sowie die Informationen über die Aktivitäten der komba fanden reißenden Absatz. Ein Bratwurststand vervollständigte das Bild, die erwirtschafteten Überschüsse konnten dem Verein als Spende überreicht werden.

Mitglieder der Fachgruppe und der komba im Gespräch mit Besuchern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

So schrieb der Verein Abenteuerland auf Ihrer Homepage:

28. Mai 2012

Das gemeinsame Familienfest der RSG Langenhagen und dem Abenteuerland-Verein ist vorbei und wir schauen zurück auf eine tolle Veranstaltung, die Klein und Groß begeistert hat. Nachfolgend haben wir ein paar Bilder zusammen gestellt, die einen Einblick in die vielen Mitmach-Aktionen auf dem Silberseegelände geben. Einen riesigen Dank an alle Helferinnen und Helfer, die dieses Fest ermöglicht haben und einen ebenso großen Dank an die RSG: „Es war eine Freude mit Euch zusammen zu arbeiten!“

http://www.abenteuerland-langenhagen.de/aktuelles/

 

Verbandkästen für Kindertagesstätten ab 2010

Die Normen für die Verbandkästen in Betriebsstätten, zu denen Kindertagesstätten auch gehören, haben sich 2010 verändert. Bitte „klicken“ Sie auf den unterstrichenen Link, um über die neuen Erfordernisse informiert zu sein:

Verbandkästen neu 2010

Der Gemeinde-Unfallversicherungsverband Braunschweig teilt übrigens noch folgendes mit: „Die Beatmungshilfe ist nicht Bestandteil des Vebandskastens“.

Eckpunktepapier zur Verbesserung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für die pädagogische Arbeit in der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung

Galerie

Vorbemerkung: In den letzten Jahren ist die Bedeutung qualifizierter pädagogischer Arbeit in der früh-kindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung, sei es durch die Pisa-Studie, durch die Dis-kussionen über neue bildungspolitische Ziele oder über den Integrationsauftrag, in den Blickpunkt der gesellschaftlichen Debatte … Weiterlesen

Peiner Kreistag fordert kleinere Gruppen

Artikel aus der PAZ

Die Fachgruppe Sozial- und Erziehungsdienst der KOMBA Niedersachsen begrüßt die Maßnahme des Kreistages des Landkreises Peine, der den Niedersächsischen Landtag auffordert eine Gesetzesvorlage zu erstellen, in dem er für die niedersächsischen Kindertagesstätten kleinere Gruppen fordert. Vor einem Jahr sind tausende pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kindertagesstätten im Bundesgebiet auf die Straße gegangen, um für kleinere Gruppen zu demonstrieren. Weiterlesen

Die Zahl der Kinder, die an einer Bewegungs- oder Sprachtherapie teilnehmen, wächst

Nach einer aktuellen Umfrage trifft das in Niedersachsen auf mehr als jedes zweite Kind zu. Die niedersächsischen Kinderärzte verordneten pro Jahr rund 89.000 Ergo- und Sprachtherapien. Diese Zahl ließe sich durch bewegungs- und kontaktorientierte Freizeitbeschäftigungen erheblich mindern, wenn Kinder weniger Zeit vor dem Computer verbringen würden und sich stattdessen mit Spielen, Basteln, Singen oder Toben auf dem Spielplatz beschäftigten, so Christina Schwickert (OG Goslar), Mitglied komba, Fachbereich Gesundheit. „Die in der Kindheit entstehenden Folgen durch fehlendes Sprechen und fehlende Bewegung sind später nur schwer therapierbar“, so der Sprecher der Fachgruppe Wolf Becker. „Durch fehlende Kommunikation zwischen Kindern untereinander und Kinder und Eltern sowie die fehlende „Gute-Nacht-Geschichte“ oder das fehlende Gespräch über eine gemeinsam erlebte Kindersendung im Fernsehen sind wesentliche Anzeichen einer nicht vorhandenen Sprachkultur oder dem Fehlen eines kindlichen Verarbeiten des Erlebten. Hier sind zunächst die Eltern gefordert“, so Becker weiter.

Oliver Haupt im Gespräch mit dem Sprecher der Fachgruppe Wolf Becker

 

Ministerin Schröder hat nicht lange nachgedacht

komba Bundesfachbereich Sozial- und Erziehungsdienst

Familienministerin Kristina Schröder will arbeitslose Männer in Erziehungsberufe locken. Statt in traditionellen Männerjobs sollen sie nach dem Willen der CDU-Politikerin künftig auch als Erzieher tätig sein. Sie plant, entsprechende Umschulungen gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit voranzutreiben. Für die komba gewerkschaft liegt das Defizit allerdings nicht beim fehlenden Interesse junger Männer an pädagogischen Berufen. Die komba gewerkschaft fordert für diese verantwortungsvollen Tätigkeiten eine Entgeltstruktur, die Zukunftsperspektiven beinhaltet. Weiterlesen