dbb startet Online-Umfrage für den Sozial- und Erziehungsdienst

Die Arbeitsbedingungen im Sozial- und Erziehungsdienst müssen sich weiter verbessern, darin sind sich Forschung und Praxis einig. Sowohl der qualitative als auch quantitative Anspruch an die Beschäftigten steigt kontinuierlich. Der enorme Fachkräftemangel, beispielsweise in den Jugendämtern oder in den Kitas macht deutlich, dass endlich mehr in die soziale Infrastruktur investiert werden muss, um den Leistungen der Beschäftigten und den Erwartungen der Nachwuchskräfte gerecht zu werden. Die Arbeitsbedingungen im Sozial- und Erziehungsdienst werden im Bereich des kommunalen öffentlichen Dienstes alle fünf Jahre zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern verhandelt – zusätzlich zu den allgemeinen Einkommensrunden. Die letzte Tarifeinigung für den Sozial- und Erziehungsdienst fand im Jahr 2015 statt. Vor den nächsten Verhandlungen im Jahr 2020 gilt es, sich mit den Beschäftigten über die Erfahrungen und die notwendige Weiterentwicklung des letzten Abschlusses auszutauschen. Hierfür hat der dbb unter anderem eine Online-Umfrage gestartet, zu der die Kolleginnen und Kollegen über den folgenden Link gelangen:

https://www.dbb.de/umfrage-sozial-und-erziehungsdienst-2019.html

Bundesweit fehlen mehr als 106.000 Erzieherinnen und Erzieher

Personalmangel in Kitas: In Qualität statt Kostenfreiheit investieren

Noch immer fehlen in Deutschlands Kitas mehr als 106.000 Erzieherinnen und Erzieher. „Die neuen Zahlen der Bertelsmann Stiftung geben keinen Grund sich zurückzulehnen“, macht dbb Chef Ulrich Silberbach klar. Trotz aller Kraftanstrengungen wird die unzureichende Personalausstattung in deutschen Kitas zunehmend zum Problem. „Zwar hat sich die Zahl der pädagogischen Fachkräfte durch den Kita-Ausbau deutlich erhöht, doch die Personalschlüssel verbessern sich vielerorts zu langsam“, sagte der dbb Bundesvorsitzende Ulrich Silberbach anlässlich der Veröffentlichung des aktuellen Kita-Ländermonitors der Bertelsmann Stiftung am 26. September 2019.

„Der Personalmangel belastet nicht nur die Kita-Qualität, sondern auch die Erzieherinnen und Erzieher und erschwert es, mehr Menschen für den Beruf zu begeistern. Mit dem geplanten Recht auf ganztägige Bildung, Betreuung und Erziehung für Grundschulkinder kommt gleichzeitig eine gewaltige Herausforderung auf uns zu“, warnte Silberbach. Daher müsse weiter in Personal investiert werden: „Wir brauchen mehr Fachkräfte. Dafür müssen die Arbeitsbedingungen attraktiver werden. Das beginnt bei der vergüteten Ausbildung und geht weiter bei der Bezahlung, den Aufstiegschancen und den konkreten Arbeitsbedingungen in den Einrichtungen. Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger können helfen, die Situation zu entspannen. Für uns ist dabei maßgebend, dass es mittelfristig keine Qualifikationsabsenkungen beim Personal gibt. Das bedeutet, dass die quereinsteigenden Kolleginnen und Kollegen sukzessive nachqualifiziert werden müssen bis auf das Niveau regulär ausgebildeter Erzieherinnen und Erzieher“, forderte der dbb Chef.

Kritisch merkte er an: „Wir sehen mit Sorge, dass einige Bundesländer die Mittel aus dem ‚Gute-Kita-Gesetz‘ in die Kostenfreiheit der Kinderbetreuung investieren anstatt in Qualitätsverbesserungen. Wir wissen aber von den Eltern, dass sie lieber – einkommensgestaffelt – etwas zuzahlen, statt auf Qualität zu verzichten. Das müssen wir den verantwortlichen Politikerinnen und Politikern klar machen.“

Auch die Bertelsmann Stiftung mahnt: „Personal hat Vorrang. Für mehr Plätze, eine gute Kitaqualität und den Ausbau der Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder brauchen wir mehr Erzieherinnen und Erzieher. Diese können wir nur gewinnen und halten, wenn die Arbeitsbedingungen gut und attraktiv sind. Kindgerechte Personalschlüssel sind dafür eine wichtige Stellschraube“, so Stiftungs-Vorstand Jörg Dräger. Um neue Fachkräfte zu gewinnen, fordert er Verbesserungen im Ausbildungssystem für Erzieherinnen und Erzieher: bundesweit kostenfreie Ausbildung, eine angemessene Ausbildungsvergütung sowie Renten- und Sozialversicherungspflicht für alle Ausbildungsgänge.

Mehr Infos bei der Bertelsmann-Stiftung: https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2019/september/kitapersonal-braucht-bessere-arbeitsbedingungen/

20.09.2019 – Weltkindertag

Das Jahr 2019 spiegelt das Jahr der Kinderrechte wider! Am 20. September 2019 findet der deutsche Kindertag statt. Dieser Tag ist der Weltkindertag für Deutschland, da jedes Land einen eigenen Termin für den Weltkindertag festsetzt. Er ist nicht mit dem von den Vereinten Nationen ausgerufenen Weltkindertag am 20. November oder dem am 1. Juni stattfindenden internationalen Kindertag zu verwechseln. Zum Weltkindertag hat die komba-gewerkschaft wieder Plakate aufgelegt. Dieses Jahr sind sie unter dem Motto: „Wir Kinder haben Rechte!“ – so lautet das diesjährige Motto des Weltkindertages, erschienen. Das Weltkindertagsplakat kann hier herunter geladen werden, oder fordern Sie es sich an: info@komba-peine.de

Plakat zum Weltkindertag 2019
Wir Kinder haben Rechte!

Frühkindliche Bildung und Erziehung müssen gestärkt werden

Der dbb Bundesvorsitzende Ulrich Silberbach hat die Pläne der möglichen „Großen Koalition“ auf Bundesebene zur Stärkung der frühkindlichen Bildung und Erziehung begrüßt.

„Es ist höchste Zeit, dass die Bundespolitik den Kommunen finanziell spürbar unter die Arme greift, um Quantität und vor allem Qualität in den Kitas auszubauen“, sagte Silberbach am 15. Februar 2018 mit Blick auf den Entwurf des Koalitionsvertrages von CDU/CSU und SPD. Entscheidend werde außerdem sein, die Berufsbilder in der Erziehung attraktiver zu gestalten. „Wir müssen ausreichend viele qualifizierte Beschäftigte finden beziehungsweise ausbilden. Um genug Menschen für diese Berufe zu begeistern, brauchen wir auch entsprechende finanzielle Anreize.“

Auf der Einkommensseite könnten die kommunalen Arbeitgeber bereits in der jetzt anstehenden Tarifrunde ein deutliches Zeichen setzen, so Silberbach. „Lineare Anpassungen für alle kommunalen Beschäftigten, von denen auch das Personal in der frühkindlichen Bildung und Erziehung profitieren, sind ein erster, wichtiger Schritt. Danach wird es darauf ankommen, das Tarifgefüge für die Kolleginnen und Kollegen im Sozial- und Erziehungsdienst weiter zu verbessern und den heutigen Standards anzupassen“, forderte Silberbach. „So schaffen wir die nötigen Anreize, damit sich mehr junge Menschen für diesen gesellschaftlich wichtigen Beruf entscheiden.“ Neben der Bezahlung müssten aber auch die weiteren Arbeitsbedingungen verbessert werden. „Ausstattung der Einrichtungen, Fachkraft-Kind-Schlüssel, Verfügungszeiten, Ausbildung: Das sind nur einige der Punkte, die endlich angegangen werden müssen“, so der dbb Chef.

Hintergrund

Der Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD sieht vor, das Angebot an Kinderbetreuungsplätzen auszubauen und die Qualität von Kinderbetreuungseinrichtungen zu verbessern. Zudem sollen die Eltern bei den Gebühren bis hin zur Gebührenfreiheit entlastet werden. Dafür wird der Bund jährlich laufende Mittel zur Verfügung stellen (2019 0,5 Milliarden, 2020 eine Milliarde, 2021 zwei Milliarden Euro).

Der diesjährige Weltkindertag am 20. September steht unter dem Motto „Kindern ein Zuhause geben“

Das Deutsche Kinderhilfswerk und UNICEF rufen unter diesem Leitsatz dazu auf, die Interessen, Rechte und Bedürfnisse von Kindern in das Zentrum von Politik und Wirtschaft zu stellen.

WmD-PDF-Check_1.3_300_o_Red_2014-12-05_wmdsv014Kindern ein Zuhause geben“ soll deutlich machen, wie wichtig es für ein Kind ist, dass es in einer friedlichen und liebevollen Umgebung aufwachsen kann, um seine Talente und Fähigkeiten zu entwickeln. Dabei gibt es Eltern, die jedoch aus verschiedenen Gründen auf Unterstützung angewiesen sind. Ihnen gilt es, vermehrt zu helfen, zum Wohle der Kinder. „Genauso bedeutet, Kindern ein Zuhause geben, dass Kindern, die zum Beispiel von Armut betroffen oder durch Flucht zu uns gekommen sind, die Integration in unsere Gesellschaft sowie der Zugang zu gleichen Bildungschancen erleichtert wird. Auch dabei ist vor allem die Politik angesprochen, entsprechende Ressourcen zu schaffen, um unter anderem die Kinder begleiten zu können“, so Sandra van Heemskerk, Vorsitzende des Bundesfachbereiches Sozial- und Erziehungsdienst der komba Gewerkschaft.

Die komba gewerkschaft unterstützt die Kampagne des Deutschen Kinderhilfswerks und UNICEF mit einem eigenen Plakat zum Weltkindertag 2016. Es hängt bereits in vielen Kindertagesstätten und Verwaltungen aus.

Sie können unter dem Link: Weltkindertag 2016 das Plakat hoch laden und sofort direkt in der von Ihnen gewünschten Anzahl vor Ort ausdrucken und verwenden.

Sofern Sie Interesse an der Zusendung des Plakates haben sollten, tragen Sie bitte unten  Ihre Adresse ein.



 

Frühkindliche Bildung darf nicht vom Wohnort abhängen!

Der aktuelle „Ländermonitor frühkindliche Bildungssysteme“ der Bertelsmann Stiftung für 2015 zeigt, dass erfreulicherweise die Qualität der Kindertagesstätten (KiTas) verbessert werden konnte. So betreut heute eine KiTa-Fachkraft 9,3 Kindergartenkinder, vor drei Jahren waren es noch 9,8 Kinder (im Krippenbereich sind es 4,3 heute zu 4,8 Kinder 2012.) Gleichzeitig werden jedoch in den Untersuchungen gravierende Unterschiede zwischen den Bundesländern festgestellt, beispielsweise zwischen Baden-Württemberg (1 Fachkraft zu 7,3 Kindern) und Mecklenburg-Vorpommern (1 Fachkraft zu 14,1 Kindern). Massive Differenzen existieren auch zwischen den westdeutschen (1 Fachkraft zu 8,6 Kindern) und den ostdeutschen Bundesländern (1 Fachkraft zu 12,3 Kindern).

Sandra van Heemskerk, Vorsitzende des Bundesfachbereichs Sozial- und Erziehungsdienst der komba gewerkschaft: „Die komba gewerkschaft begrüßt es, dass sich in den drei Jahren seit der letzten Erhebung doch etwas bewegt hat. Das zeigt, dass insgesamt die Wichtigkeit der frühkindlichen Bildung im Fokus steht und an Verbesserungen gearbeitet wird. Jedoch müssen bundeseinheitliche Qualitätsstandards definiert und deren Einhaltung zügig umgesetzt werden. Als notwendig sehe ich zudem eine bundesweit einheitliche Ausbildung an, die einen hohen Qualitätsrahmen auf allen Ebenen setzt und einen Arbeitgeberwechsel zwischen den Bundesländern erleichtert.“

Van Heemskerk betont ebenfalls, dass nach wie vor genügend Fachkräfte ausgebildet werden müssen. Nach den Ergebnissen der Bertelsmann-Stiftung fehlen derzeit bundesweit 107.000 KiTa-Kräfte, um auch ein gesundes Fachkraft-Kind-Verhältnis zu erreichen. „Die dargelegten Daten und Fakten zu den Betreuungsschlüsseln sind nur eine Momentaufnahme, die nicht ganz der Realität entsprechen. Im KiTa-Alltag wenden die Kolleginnen und Kollegen gut ein Viertel ihrer Arbeitszeit für Team- und Elterngespräche, Dokumentationen und Fortbildungen auf. Dazu kommen Erkrankungen, Verrentung, Urlaub, längere Betreuungs- und Öffnungszeiten, die ebenfalls aufgefangen werden müssen. Dabei wird es immer wichtiger, die derzeitigen Fachkräfte durch gezielte Maßnahmen zu unterstützen, so dass sie ihren Job gesund bis zur Rente ausüben können.“

Deswegen fordert die komba gewerkschaft Bund, Länder und Kommunen auf, gemeinsam mit den Gewerkschaften ein tragfähiges und zukunftsorientiertes Konzept zu erarbeiten, wie der Bedarf an notwendigen Fachkräften möglichst schnell gedeckt werden kann und Gesundheitsmaßnahmen für die derzeitigen Fachkräfte umgesetzt werden können. Van Heemskerk: „Zudem darf es nicht sein, dass es vom Wohnort abhängt, ob ein Kind eine gute frühkindliche Bildung erhält oder nicht!“

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komba Schulung: „Umgang mit schwierigen und aggressiven Gesprächspartnern, Kunden und Eltern (Kita-Bereich)“

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Liebe Kolleginnen und Kollegen, die komba gewerkschaft führt am Donnerstag dem 11. August 2016 in Hannover eine Schulung zu dem Thema „Umgang mit schwierigen und aggressiven Gesprächspartnern“ durch. Das Seminar richtet sich an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit intensivem Publikumsverkehr in Bürgerbüros, Jobcentern, Kitas etc.. Die weiteren Einzelheiten entnehmen Sie bitte der beigefügten Ausschreibung zur Schulung. Wir bitten um Anmeldung bis zum 28. Juli 2016.

SuE bleibt Thema

Mehr Wertschätzung für die Arbeit im Bereich des Sozial- und Erziehungsdienstes (SuE) – mit dieser Losung ist die komba-gewerkschaft vor einem Jahr in die Tarifverhandlungen zur Verbesserung der Entgeltordnung in diesem anspruchsvollen Bereich gezogen.

Nicht jedes Ziel tariflich zu regeln

„Hier hat sich im Laufe des letzten Jahres viel verändert“, resümiert Andreas Hemsing, Mitglied der Geschäftsführung der Bundestarifkommission und im letzten Jahr Verhandlungsführer für die komba-gewerkschft bei den SuE-Verhandlungen. „Wir haben im Tarifkompromiss vom letzten Herbst viele strukturelle Verbesserungen erzielt. Wir haben gezeigt, was möglich ist, wenn wir geschlossen auftreten, wir haben – und das ist mir besonders wichtig – das Bewusstsein in der Öffentlichkeit für die harte Arbeit der Erzieher und Sozialarbeiter positiv verändert. Wir haben aber auch akzeptieren müssen, dass nicht jedes unserer berechtigten Anliegen in  einem Anlauf und nicht jedes Ziel allein am Tariftisch zu regeln ist.“

Rahmenbedingungen verändern

Tarifverhandlungen finden stets in einem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zusammenhang statt. Schuldenbremsen und Städte unter Kommunalaufsicht sind eine Realität. Die Bedeutung der öffentlichen Meinung, gerade bei Streiks im öffentlichen Dienst, ist kaum zu unterschätzen. Die Bedeutung, die eine Gesellschaft den Bereichen Erziehung und soziale Arbeit beimisst, beeinflusst politische Entscheidungen und auch die Entscheidungsträger. „Was am Tariftisch zu erreichen war, haben wir erreicht“, bilanziert Hemsing. „Aber: Hinter unserer Wertschätzungskampagne vom letzten Jahr steht mehr und deshalb muss und wird es weitergehen. Unser Ziel ist es, die wirtschaftlichen, haushalterischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu verändern. Das braucht Zeit und das braucht vielfältige Anstrengungen. Wir werden also bis zum Beginn der nächsten SuE-Verhandlungen in 2019 nicht Däumchen drehen.“ Aktuell plant die komba-gewerkschaft eine entsprechende Kampagne, um die Rahmenbedingungen für die Arbeit im SuE-Bereich grundsätzlich zu verbessern. Dabei handelt es sich ohnehin längst nicht nur um Themen, die am Tariftisch zu regeln sind. Andreas Hemsing erläutert: „Viele unserer Kolleginnen und Kollegen treiben auch die oftmals unzureichenden Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Erziehungs- oder Sozialarbeit um. Da geht es oftmals gar nicht ums eigene Portemonnaie, sondern darum, dass unsere Gesellschaft längst damit begonnen hat, Erziehung und Sozialarbeit in einer Art zu ökonomisieren, als seien zum Beispiel Kitas börsennotiert. Wenn wir überhaupt in diesen Kategorien denken sollten, dann will ich es so formulieren: Wir wollen dafür sorgen, dass Politik und Gesellschaft klar wird, dass gute Erziehungs- und Sozialarbeit die beste Rendite erwirtschaftet, die eine Gesellschaft sich wünschen kann.“

Einkommensrunde betrifft auch SuE

Die aktuelle Einkommensrunde mit Bund und Kommunen ist auch die Einkommensrunde für die Beschäftigten des Sozial- und Erziehungsdienstes. „Wir gehen davon aus, dass uns die Kolleginnen und Kollegen auch hier viel Rückenwind geben werden“, spannt Hemsing den Bogen vom SuE-Thema zur anstehenden Einkommensrunde.

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In einer gemeinsamen Sitzung von Bundestarifkommission, Bundesvorstand und Grundsatzkommission für Besoldung und Versorgung hat der dbb und Tarifunion am 18. Februar 2016 in Berlin seine Forderungen für die Einkommensrunde 2016 mit Bund und Kommunen beschlossen.

Der öffentliche Dienst:  Wichtiger denn je

Es besteht große Einigkeit, dass der öffentliche Dienst gestärkt werden muss, damit das schnell ausgesprochene „Wir schaffen das“ kein leeres Versprechen bleibt. Neben der hochwertigen Alltagsarbeit des öffentlichen Dienstes sind nahezu alle öffentlichen Bereiche auch von der aktuellen Integrationsarbeit betroffen. Gerade der öffentliche Dienst setzt dieses Versprechen der Politik um und sagt: „Wir machen das!“ Um auch in Zukunft attraktive Arbeitsplätze anbieten zu können, müssen die Beschäftigten besser bezahlt werden.

Längst fällig: Eine neue Entgeltordnung im kommunalen Bereich

Seit über zehn Jahren gibt es den TVöD, allerdings fährt dieses Tarif-Mobil noch mit einem alten BAT-Motor. Im Rahmen der Einkommensrunde müssen die kommunalen Arbeitgeber endlich zum Abschluss einer modernen Entgeltordnung bereit sein, ohne die in vielen Bereichen kaum noch gut ausgebildete Kräfte eingestellt werden können. Dies wird exemplarisch am eklatanten Personalmangel im Bereich des Öffentlichen Gesundheitsdienstes deutlich.

Weder bescheiden, noch unbescheiden: Wir wollen spürbar mehr Einkommen

Die Wirtschaft boomt und die Staatskassen sind gefüllt. Das hat viel mit dem öffentlichen Dienst und seiner starken Leistung zu tun. Der Wirtschaftsstandort Deutschland lebt von seinen verlässlichen Strukturen. Aus diesem Grund fordern wir angemessene Teilhabe am wirtschaftlichen Erfolg. Und Teilhabe meint mehr als Inflationsausgleich.

Jugend ist mobil und engagiert

Mit dem kostbaren „Rohstoff“ gut ausgebildeter und engagierter junger Menschen geht der öffentliche Dienst noch immer viel zu sorglos um. Noch immer wird der Wettbewerb mit der privaten Wirtschaft nicht wirklich geführt. Die Einkommensrunde 2016 ist geeignet, hier Zeichen zu setzen, dass Jugend im öffentlichen Dienst ein hoher Wert ist und die Nachwuchsförderung konkret zu gestalten ist.

Befristungspraxis im öffentlichen Dienst ändern

Der öffentliche Dienst ist kein kurzlebiges Projekt, sondern unabdingbare und kontinuierliche Basis für das Funktionieren unserer Gesellschaft. Dafür brauchen wir Kontinuität und Erfahrung. Das wird gerade jetzt deutlich, wenn es gilt, die Herausforderungen im Zusammenhang mit der großen Zahl an Flüchtlingen und Migranten zu meistern. Deshalb ist unsere Forderung nach tariflichem Ausschluss sachgrundloser Befristungen ein gutes Mittel, mehr Kontinuität und Erfahrung im öffentlichen Dienst zu halten.

Es gibt nur einen öffentlichen Dienst

Nach der letzten Verhandlungsrunde in Potsdam muss klar sein: Die linearen Komponenten des Abschlusses werden wirkungsgleich auf den Beamtenbereich übertragen. Besser noch, der Bundesinnenminister stellt gleich zum Verhandlungsauftakt klar, dass die Bundesbeamten keine Bittsteller sind, sondern wichtiger Bestandteil eines unteilbaren öffentlichen Dienstes. Die Teilhabe aller Beschäftigten des öffentlichen Dienstes an der wirtschaftlichen Entwicklung muss statusunabhängig erfolgen.

Unser Dachverband, der dbb und Tarifunion fordert:

Wir fordern linear 6 Prozent!

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  • Lineare Erhöhung der Tabellenentgelte um 6 Prozent
  • Nachwuchsförderung konkret  gestalten:

–       Erhöhung der Auszubildenden- und Praktikantenentgelte um  100 Euro monatlich

–       Unbefristete Übernahme aller  Auszubildenden

–       Vollständige Übernahme von  Reisekosten zu einer auswärtigen Berufsschule oder zu  überbetrieblichen Ausbildungsmaßnahmen

–       30 Tage Urlaub für Auszubildende

  • Laufzeit: 12 Monate
  • Zügige Einführung einer neuen  Entgeltordnung im kommunalen Bereich
  • Tariflicher Ausschluss sachgrundloser Befristungen
  • Verlängerung der Altersteilzeitregelungen
  • Gesundheitsschutz für Flughafenfeuerwehr
  • Wirkungsgleiche Übernahme für Beamte sowie Versorgungsempfänger

Sozial- und Erziehungsdienst: Neue Entgelttabellen online

csm_db_logo_sue_2015_12_5e971bb9b1Nach Abschluss der Redaktionsverhandlungen im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst hat der dbb nun die aktuellen Entgelttabellen als interaktives Excel-Modul zum Download online gestellt. Die Entgelttabellen berücksichtigen alle neuen Regelungen sowie selbstverständlich die ausgehandelten Erhöhungen.

Bitte in den ersten Link: „Entgelt und Anwendungstabellen 2015 – 2016“, diesen laden und in der Excel-Tabelle „TVöD (VKA)“, rechts „West Soz/ErzDienst (ab 1.07.2015)“.

Hier geht es zu den neuen Entgelttabellen S + E

komba -Wir packen an!

Erste komba Schulungen für die Kita-Beschäftigten bezüglich Flüchtlingswelle ein großer Erfolg!

csm_logo_fb_sozerz_web_05_00299e027aAngesichts der enormen Herausforderungen, die die Flüchtlingswelle für das Land Niedersachsen beziehungsweise die Kommunen darstellt, haben wir als komba gewerkschaft niedersachsen umgehend reagiert und für unsere Kolleginnen und Kollegen in den Kindertagesstätten zum Jahresanfang ein Seminar bezüglich „Flüchtlingskinder in der Kita – Wie soll das klappen? – Wir kriegen das schon hin!“ durchgeführt. In dem Seminar ging es insbesondere um den Umgang mit den neuen Flüchtlingskindern beziehungsweise auch deren Eltern, die teilweise unter schwierigen psychischen Belastungen, Traumata oder ganz anderen Kulturkreisen zu uns kommen. Viele Fragen, aber bisher wenig Antworten aus der Politik und die Notwendigkeit von praktischer Hilfe waren die zentralen Themen dieses Seminars. Aufgrund der enormen Nachfrage wird die komba gewerkschaft niedersachsen das entsprechende Seminarangebot wiederholen beziehungsweise ausbauen, weil die Integration der wichtigste Schlüssel für eine erfolgreiche Bewältigung der enormen Herausforderungen für uns gewerkschaftlich darstellt.